Firststeps
The Odds and Troubles of Motion Capturing
Jeder erste Schritt ist schwer
Im ersten Semester des Hauptstudiums (3. Semester) meines Kommunikationsdesignstudiums wählte ich passend zu meinem dann beginnenden Job als Motion Tracking- und 3D-Druck-Tutor des Studiengangs den Kurs „Motion Tracking“ bei Prof. Börries Müller-Büsching. Da der Studiengang in diesem Semester ein professionelles Motion-Tracking-System bekam, mussten wir uns neben der Theorie auch in das Tracking reinarbeiten.
Der Studiengang besitzt ein System, bei dem die aufzunehmenden Personen einen schwarzen enganliegenden Anzug mit weißen Reflektorkugeln tragen, die dann von 14 Infrarotkameras erkannt werden. Die dazugehörende Software erkennt die Bewegung und übersetzt sie in 3D-Informationen.
Da ich schon sehr lange Blender nutzte stand für mich zu Beginn fest, dass meine Film in dieser 3D-Software entstehen sollte. Meine ersten Gehversuche mit Motion-Tracking-Aufnahmen waren sehr schwerfällig. Ich erkannte, dass Motion Tracking keine Stärke von Blender ist. Zum Projekt dazugehörend wurde verpflichtend ein Cinema4D-Kurs erfordert, durch den ich „gezwungen“ war über den Tellerrand hinwegzuschauen.
Unabhängig von der etwas komplexeren und für mich ungewohnten Herangehensweise überraschte mich der Feature-Reichtum. Besonders aber die Möglichkeiten Motion Tracking einzubinden.
Bei den Animationen habe ich besonderen Wert auf Diversität und Einzigartigkeit gelegt. Jedes Video sollte für sich allein stehend funktionieren. Daneben versuchte ich mit den 3D-Skelett-Figuren (links unten) das Arbeiten mit Motion Tracking-Daten zu erklären.
Fehltritte zulassen
Während meinen Motion Tracking Aufnahmen ergaben sich viele kleine und mal größere Fehler, die teils verstörend oder einfach unschön waren. Nachdem mein Plan einen Kurzfilm mit Story und Characterbuilding neben dem Erlernen des Motion Tracking-Systems und Cinema4d etwas zu kurz kam, machte ich Not zur Tugend und änderte mein Konzept zu einem dokumentarischen Film mit Bewegungsstudien, die auf ästhetische Weise meine Experimente und besonders auch Bugs zeigen.
Nachdem ich eine gute Sammlung an verschiedensten Bewegungsabläufen, wie Springen, Rennen, Rutschen usw. hatte, entstanden passend zu der jeweiligen Bewegung passende Animationen. Um den Abstraktionsgrad hoch zu halten, hüllte ich die animierten Körpermodelle zum Beispiel in blau leuchtendes Fell oder ersetzte sie durch ein Glasmännchen.
Mein Bruder Simon began im selben Semester sein Sound- and Music Production-Studium an der h_da in Darmstadt. Er ist verantwortlich für die Sounduntermalung der Studien.
Durch die Kombination von Materialität, Raum und Sound entstanden viele kleine experimentelle Kunstwerke.
Ich bin sehr dankbar, dass ich durch den Studiengang die Möglichkeit habe, solche Bereiche auszutesten. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Bei manchen Aufnahmen hätte ich jedoch das Motion tracking länger laufen lassen können.
Ich möchte Prof. Börries Müller-Büsching für den Kurs und die Betreuung des Projekts danken.