Threat Level Midnight
Kurzfilm-Intro
Als großer Fan der amerikanischen Büro-Dokumentary The Office ist mir Threat Level Midnight immer im Gedächtnis geblieben, wenn ich Agentenfilme sehe. Michael Scoot, der Hauptcharakter von The Office, arbeitet über einige Staffeln der Serie an seinem Film Threat Level Midnight, in dem viele seiner Mitarbeiter:innen mitspielen und natürlich viel Herzblut steckt.
Im zweiten Semester meines Studiums sollten wir im Motion Design-Kurs bei Börries Müller-Büsching einen Vorspann für einen Film oder einer Serie unserer Wahl machen. Im theoretischen Teil des Kurses zeigte uns Börries zahlreiche Intros, etwa von Saul Bass oder Kyle Cooper. Da ich in dieser Zeit viel neues in Blender lernte, wollte ich unbedingt in 3D arbeiten.
Am Anfang fiel es mir recht schwer einen passenden Film zu finden, der ein 3D-Intro vertagen könnte. Die Idee ein Intro für die Bundesliga mit jedem Vereinswappen in animierter Erweiterung zu gestalten, verwarf ich, weil es mir zu komplex vorkam. Mit Threat Level Midnight fand ich die perfekte Basis für ein Intro. Besonders die Menge und Diversität von Schlüsselbildern und -objekten bot eine gute Basis.
Um dem Kurzfilm sein verdientes Intro zu schenken, machte ich mich also an die Arbeit. Es kristallisierte sich schnell ein Konzept heraus, dass zwar die James Bond-Intro Ruhe und Eleganz ausstrahlt, damit aber auch im Kontrast zum wilden Naturell des Kurzfilms steht.
Ich musste mich schnell von meinem anfänglichen Anspruch, ein Intro ohne Schnitt zu machen, verabschieden, da es den Aufwand, besonders das richtige Timing zu finden, nicht wert gewesen wäre. Das Intro der HBO-Serie „West World“ war im Entstehungsprozess meine größte Inspiration und zeigte mir, dass kurze Sequenzen mit ruhigen Übergangen und kurzen Ruhephasen besser wirken können als ein Longshot. So begann ich also viele kleine 3D-Videos zu entwickeln und zu rendern, die ich dann zu einem Intro organisierte. Da ich mit Blender arbeitete, konnte ich schnell Kleinigkeiten verbessern, neu rendern, aber auch den Überblick bewahren. In Premiere setzte ich dann die Videos zusammen und verbesserte den generellen Farb-Look an manchen Stellen. Luca Jordt produzierte den wahnsinnig guten Soundtrack für das Intro. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.
Auch wenn ich meine Idee eines Oneshot-Intros verwerfen musste, bin ich dennoch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und Projektverlauf.
Jeder Abschnitt hat den gleichen Look und ist in der Inszenierung, Zusammenstellung und Bewegung sehr reduziert, nur das Ende fällt bewusst aus diesen Ansprüchen raus.